Tandoori bezeichnet Gerichte, die im Tandur gegart werden, einem mit Holzkohle beheizten Lehmofen, und zugleich die Gewürzmischung, mit der man sie vorher mariniert. Die Zubereitungsart stammt aus dem Punjab. Die Mischung kennst du als Tandoori Masala oder Tandoori-Gewürz: Sie gibt Fleisch, Fisch und Gemüse eine rote Farbe und ein würziges, pikantes Aroma. In diesem Beitrag erfährst du, woher der Name kommt, was in Tandoori Masala steckt, wie scharf es ist und wie du es ohne Lehmofen in deiner Küche verwendest.
Auf einen Blick: Steckbrief Tandoori
| Merkmal | Information |
|---|---|
| Weitere Namen | Tandoori Masala, Tandoori-Gewürz |
| Wortherkunft | von Tandur, dem Wort für einen zylindrischen Lehmofen |
| Herkunft | Punjab |
| Bestandteile | keine feste Rezeptur, die Zusammensetzung unterscheidet sich je nach Hersteller; die rote Farbe kommt vom Chili |
| Geschmack | würzig und pikant, nach dem Garen bei hoher Hitze mit Röstaromen |
| Schärfe | abhängig vom Chilianteil der Mischung und von der Menge, die du verwendest |
| Verwendung | als Marinade für Ofen und Grill, für Fleisch, Fisch, Gemüse, Paneer und Tofu |
| Lagerung | luftdicht, dunkel, kühl und trocken |
Woher kommt Tandoori? Name und Herkunft
Der Name Tandoori führt direkt zum Ofen. Der Tandur ist ein zylindrischer Lehmofen, der mit Holzkohle beheizt wird. „Tandoori“ ist die Adjektivform des Urdu- bzw. Punjabi-Worts für diesen Ofen und heißt damit so viel wie „aus dem Tandur“. Das Wort selbst kam über das Persische in diese Sprachen und geht auf ein persisch-arabisches Wort für Ofen zurück.
Genau genommen beschreibt Tandoori also zuerst eine Zubereitungsart und erst in zweiter Linie eine Würzung. Heute meint „Tandoori“ beides: das Gericht aus dem Ofen und die Gewürzmischung, mit der du es vorher marinierst.
Das bekannteste Tandoori-Gericht, das rot marinierte Hähnchen, stammt aus dem Punjab vor der Teilung Britisch-Indiens bzw. aus Peschawar. Seine heutige Form wurde Ende der 1940er-Jahre in Delhi bekannt, durch Köche, die aus Peschawar gekommen waren.
Was steckt in Tandoori Masala und wie schmeckt es?
Eine feste Rezeptur für Tandoori Masala gibt es nicht. Fertige Mischungen unterscheiden sich je nach Hersteller zum Teil deutlich, sowohl in der Auswahl der Gewürze als auch in ihrem Verhältnis zueinander. Wenn du wissen willst, was in einer bestimmten Mischung steckt, hilft deshalb nur ein Blick auf die Zutatenliste.
Woher kommt die rote Farbe?
Typisch für Tandoori ist die kräftig rote Farbe. Sie kommt von rotem Chilipulver in der Marinade, vor allem von Kaschmir-Chili. Je nach Mischung und Menge reicht die Farbe von einem hellen Orangerot bis zu einem tiefen Rot. Auf dem Teller zeigt sie sich am deutlichsten an den Stellen, an denen die Marinade in der Hitze leicht angeröstet ist.
Wie schmeckt Tandoori?
Tandoori Masala schmeckt würzig und pikant. Seinen typischen Charakter bekommt ein Tandoori-Gericht aber erst beim Garen: In der großen Hitze des Ofens oder über der Glut des Grills bräunt die Marinade an der Oberfläche und entwickelt Röstaromen, während das Innere saftig bleibt. Der Joghurt in der Marinade rundet die Würze ab und nimmt ihr etwas von ihrer Kante. Vergleichen lässt sich das Ergebnis am ehesten mit einem gut gewürzten Grillhähnchen, nur mit mehr Tiefe und einer deutlicheren Chilinote.
Wie scharf ist Tandoori?
Pauschal mild oder pauschal scharf ist Tandoori nicht. Die Schärfe hängt vom Chilianteil der Mischung ab und davon, wie viel du davon verwendest. Manche Mischungen sind eher würzig-pikant, andere deutlich schärfer. Das gilt für das Pulver genauso wie für das fertige Gericht. Du steuerst die Schärfe also selbst: Nimm beim ersten Versuch mit einer neuen Mischung lieber etwas weniger und probiere die Marinade, bevor das Fleisch oder Gemüse hineinkommt. Joghurt mildert die Schärfe zusätzlich.
Tandoori, Garam Masala und Tikka: die Unterschiede
Rund um die indische Küche tauchen einige Begriffe auf, die leicht durcheinandergeraten. Zwei Verwechslungen sind besonders häufig.
Was unterscheidet Tandoori Masala von Garam Masala?
Beide sind Gewürzmischungen aus der indischen Küche, und beide können ähnliche Gewürze enthalten. Den Unterschied machen deshalb nicht einzelne Zutaten, sondern Einsatz und Farbe. Tandoori Masala ist für die Marinade gedacht: Es kommt vor dem Garen an Fleisch, Fisch oder Gemüse, das anschließend bei großer Hitze im Ofen oder auf dem Grill gart. Seine rote Farbe verdankt es dem Chili. Garam Masala ist dagegen eine Würzmischung, die du meist für Currys, Linsengerichte und Schmorgerichte verwendest, oft erst gegen Ende des Kochens. Es ist in der Regel bräunlich und färbt ein Gericht kaum rot.
Was ist der Unterschied zwischen Tandoori und Tikka?
Hier geht es nicht um Gewürzmischungen, sondern um Gerichte. Tandoori Chicken wird aus Hähnchenteilen mit Knochen zubereitet, etwa Keulen oder Schenkeln. Chicken Tikka besteht aus Stücken ohne Knochen; „Tikka“ bedeutet so viel wie Stücke. Man kann Chicken Tikka also als knochenlose Form von Tandoori Chicken beschreiben. Nicht gemeint ist damit Chicken Tikka Masala: Das ist ein eigenes Gericht, bei dem die Hähnchenstücke in einer Soße serviert werden.
So verwendest du Tandoori-Gewürz
Tandoori-Gewürz entfaltet sich am besten in einer Marinade aus Joghurt. Der Joghurt trägt die Gewürze, haftet gut am Gargut und bildet in der Hitze eine würzige Kruste. Einen Tandur brauchst du dafür nicht.
Grund-Marinade mit Joghurt
Diese Menge reicht für etwa 500 g Fleisch, Fisch oder Gemüse.
| Zutat | Menge |
|---|---|
| Naturjoghurt (oder pflanzlicher Joghurt) | 150 g |
| Tandoori-Gewürz | 2 EL |
| Zitronensaft | 1 EL |
| Pflanzenöl | 1 EL |
| Salz | ½ TL |
Verrühre alle Zutaten zu einer glatten Marinade und probiere sie. Enthält deine Mischung bereits Salz, lass das Salz weg oder reduziere es. Schneide Fleisch vorher ein paarmal quer ein, damit die Marinade besser eindringt, und bestreiche es rundum. Lass Hähnchen mindestens 2 Stunden, besser über Nacht, im Kühlschrank marinieren. Fisch, Garnelen und Gemüse brauchen nur etwa 30 Minuten, weil Säure und Joghurt empfindliches Gargut sonst weich machen. Ein ausführliches Rezept für Tandoori Chicken folgt bei uns als eigener Beitrag.
Tandoori ohne Tandur: Backofen, Grill und Pfanne
Zu Hause kommst du dem Tandur am nächsten, wenn du das Gargut kurz und bei möglichst großer Hitze garst.
- Backofen: Heize ihn auf die höchste Stufe vor und lege das Gargut auf ein Gitter über einem Blech, damit die Hitze von allen Seiten herankommt. Schalte für die letzten Minuten die Grillfunktion zu, damit die Oberfläche bräunt.
- Grill: Streife überschüssige Marinade vorher ab, damit sie nicht in die Glut tropft und verbrennt. Gare zuerst bei direkter Hitze an und lass das Gargut dann bei indirekter Hitze fertig garen.
- Pfanne: Nimm eine schwere Pfanne, am besten aus Gusseisen, und erhitze sie gut. Brate in kleinen Portionen, damit die Stücke braten und nicht im eigenen Saft garen.
Mehr als Hähnchen: Fisch, Gemüse und vegetarisch
Tandoori Chicken ist das bekannteste Gericht, aber die Marinade passt zu viel mehr. Fester Fisch und Garnelen nehmen die Würze schnell an und brauchen nur kurze Garzeiten. Bei Gemüse passt Blumenkohl besonders gut: in Röschen geteilt, mariniert und im heißen Ofen geröstet, bekommt er Farbe und Biss. Auch Paprika, Zwiebeln und Zucchini eignen sich gut für Spieße.
Vegetarisch funktioniert Tandoori mit Paneer, dem festen indischen Frischkäse, der beim Braten nicht schmilzt. Für eine vegane Variante nimmst du pflanzlichen Joghurt statt Milchjoghurt und marinierst damit Tofu oder Gemüse. Presse Tofu vorher gut aus, damit er die Marinade aufnimmt und in der Hitze eine Kruste bekommt.
Tandoori-Gewürz kaufen: worauf du achten solltest
Beim Kauf von Tandoori-Gewürz lohnt sich zuerst ein Blick auf die Bezeichnung. Nach den Leitsätzen des Deutschen Lebensmittelbuchs besteht eine Gewürzmischung nur aus Gewürzen. Eine Gewürzzubereitung enthält mindestens 60 % Gewürze und daneben weitere Zutaten, zum Beispiel Salz, Zucker oder Aromen. Die Leitsätze sind kein Gesetz, sondern beschreiben als Sachverständigengutachten, was Käufer und Hersteller üblicherweise unter diesen Begriffen verstehen.
Danach hilft die Zutatenliste weiter. Achte auf den Chilianteil, wenn dir die Schärfe wichtig ist, und darauf, ob Salz, Zucker oder Aromen enthalten sind. Das ist besonders für die Marinade wichtig, denn Salz aus der Mischung musst du beim Nachsalzen berücksichtigen.
Bei Boomers führen wir unsere Tandoori Masala Gewürzzubereitung. Sie wird in Deutschland hergestellt und von Hand verarbeitet. Das steht auf der Zutatenliste: Kreuzkümmel, Koriander, Paprika, Kurkuma, Zwiebel, Knoblauch, Kardamom, Pfeffer, Senfkörner, Ingwer, Cayennepfeffer, Pimentkörner, Galgant, Muskatnuss, Padang-Zimt, Korianderblätter und Nelken.
Es ist eine Gewürzzubereitung, keine Gewürzmischung. Im Geschmack ist sie würzig-pikant und geröstet, gedacht für Tandoori-Gerichte und alles, was auf den Grill kommt.
Wie lagerst du die Mischung richtig?
Gemahlene Gewürze verlieren mit der Zeit an Aroma, und eine Mischung aus vielen gemahlenen Zutaten macht da keine Ausnahme. Bewahre Tandoori-Gewürz luftdicht, dunkel, kühl und trocken auf. Eine gut schließende Dose schützt vor Licht und Feuchtigkeit. Stell sie nicht direkt neben den Herd und streue das Pulver nicht direkt aus der Dose über einen dampfenden Topf, sonst zieht Feuchtigkeit hinein und das Pulver verklumpt.
Ob eine Mischung noch Aroma hat, merkst du schnell: Reibe etwas Pulver zwischen den Fingern. Riecht es kaum noch, schmeckt auch die Marinade flach, und du brauchst mehr davon.
Fertige Marinade und marinierte Zutaten gehören immer in den Kühlschrank. Marinade, die mit rohem Fleisch oder Fisch in Kontakt war, verwendest du nicht roh als Soße weiter.
Häufige Fragen
Wonach schmeckt Tandoori?
Tandoori schmeckt würzig und pikant, mit einer deutlichen Chilinote. Beim Garen bei großer Hitze im Ofen oder auf dem Grill kommen Röstaromen dazu. Der Joghurt in der Marinade rundet die Würze ab.
Wie scharf ist Tandoori-Gewürz?
Das hängt vom Chilianteil der Mischung ab und davon, wie viel du verwendest. Manche Mischungen sind würzig-pikant, andere deutlich schärfer. Probiere eine neue Mischung zuerst mit einer kleineren Menge.
Wofür verwendet man Tandoori Masala?
Tandoori Masala verwendest du vor allem für Marinaden, meist auf Basis von Joghurt. Damit würzt du Hähnchen, Fisch, Garnelen, Gemüse, Paneer oder Tofu, bevor du sie im Backofen, auf dem Grill oder in der Pfanne bei großer Hitze garst.
Worin unterscheiden sich Tandoori Masala und Garam Masala?
Der Unterschied liegt vor allem im Einsatz und in der Farbe. Tandoori Masala ist eine rote Mischung für Marinaden, die vor dem Garen bei großer Hitze aufgetragen wird. Garam Masala ist meist bräunlich und würzt Currys und Schmorgerichte, oft erst gegen Ende des Kochens.
Was ist der Unterschied zwischen Tandoori und Tikka?
Tandoori Chicken wird aus Hähnchenteilen mit Knochen zubereitet, Chicken Tikka aus Stücken ohne Knochen. „Tikka“ bedeutet so viel wie Stücke. Chicken Tikka Masala ist dagegen ein eigenes Gericht mit Soße.
Kann man Tandoori auch vegetarisch oder vegan zubereiten?
Ja. Vegetarisch eignen sich Paneer und Gemüse wie Blumenkohl, Paprika oder Zucchini. Für eine vegane Variante ersetzt du den Milchjoghurt durch pflanzlichen Joghurt und marinierst Tofu oder Gemüse.
Fazit: Tandoori ist Ofen, Gericht und Gewürz zugleich
Tandoori steht für Gerichte aus dem Lehmofen und für die rote Gewürzmischung, mit der sie mariniert werden. Eine feste Rezeptur gibt es nicht, die Schärfe hängt vom Chilianteil ab, und mit Joghurt, großer Hitze und etwas Geduld beim Marinieren gelingt Tandoori auch im heimischen Backofen oder auf dem Grill. Wenn du es ausprobieren möchtest: unsere Tandoori Masala Gewürzzubereitung ist würzig-pikant und geröstet und wird in Deutschland hergestellt und von Hand verarbeitet.




