Was ist Majoran?

Was ist Majoran?

Majoran ist ein Küchenkraut aus der Familie der Lippenblütler, dessen Blätter süßlich-aromatisch schmecken und vor allem deftige Gerichte wie Eintöpfe, Braten und Kartoffeln würzen. Er ist ein enger Verwandter des Oreganos, aber nicht dieselbe Pflanze. In diesem Beitrag erfährst du, woher Majoran kommt, wie er schmeckt, worin er sich von Oregano unterscheidet, wofür du ihn verwendest und womit du ihn ersetzen kannst.


Auf einen Blick: Steckbrief Majoran

Merkmal Information
Weitere Namen Wurstkraut
Botanischer Name Origanum majorana L., älteres Synonym Majorana hortensis Moench
Familie Lippenblütler (Lamiaceae), Gattung Dost (Origanum)
Herkunft Östlicher Mittelmeerraum und Kleinasien; Anbau in mehreren Ländern Europas, in Deutschland mit Schwerpunkt in Sachsen-Anhalt
Geschmack Süßlich-aromatisch, milder und weniger herb als Oregano
Verwendung Eintöpfe, Suppen, Braten, Kartoffeln, Hülsenfrüchte, Füllungen, Hackgerichte
Ersatz Oregano, Thymian, Bohnenkraut, mit Abstrichen Basilikum oder Salbei
Lagerung Getrocknet luftdicht, dunkel und trocken

Woher kommt Majoran?

Majoran heißt botanisch Origanum majorana L. In älteren Pflanzenbüchern findest du ihn auch unter dem Synonym Majorana hortensis Moench. Er gehört zu den Lippenblütlern (Lamiaceae) und dort zur Gattung Origanum, auf Deutsch Dost. In dieselbe Gattung gehört auch der Oregano, weshalb die beiden so oft verwechselt werden.

Seine Heimat ist der östliche Mittelmeerraum beziehungsweise Kleinasien. Von Natur aus ist Majoran ausdauernd: ein Kraut, das mit den Jahren zum Halbstrauch werden kann. Er wird bis etwa 50 cm hoch und trägt kleine, spatelige Blätter von bis zu etwa 2 cm Länge, die auf beiden Seiten graufilzig sind.

Weil Majoran kälteempfindlich ist, wird er in Deutschland als einjährige Kultur angebaut, also jedes Jahr neu angelegt. In Europa wird er unter anderem in Frankreich, Italien, Spanien, Österreich und in Osteuropa angebaut. Der deutsche Anbau hat seinen Schwerpunkt in Sachsen-Anhalt, im Harzvorland um Aschersleben, Bernburg und Calbe (Saale). Dort wird Majoran seit über 130 Jahren angebaut.


Wie schmeckt Majoran?

Majoran schmeckt süßlich-aromatisch. Wer Oregano kennt, erkennt die Verwandtschaft sofort, nur ist Majoran runder und weniger herb, eher wie ein Oregano mit abgerundeten Kanten. Dazu kommt ein leicht blumiger Duft, der beim Zerreiben zwischen den Fingern besonders deutlich wird.

Frischer Majoran schmeckt zarter und grüner. Beim Trocknen konzentriert sich das Aroma, getrockneter Majoran schmeckt deshalb würziger und kräftiger. Das ist einer der Gründe, warum Majoran in der Küche meist getrocknet verwendet wird: Er bringt so mehr Geschmack in lange gegarte Gerichte, und du hast ihn das ganze Jahr zur Hand.


Majoran oder Oregano: Wo liegt der Unterschied?

Die kurze Antwort: Majoran und Oregano sind zwei eng verwandte Arten derselben Gattung, aber nicht dieselbe Pflanze. Oregano heißt botanisch Origanum vulgare, auf Deutsch Gewöhnlicher Dost. Beide gehören zu den Lippenblütlern und zur Gattung Origanum. Sie sind also weder dieselbe Art noch Sorten voneinander.

Die wichtigsten Unterschiede zwischen Oregano und Majoran im Überblick:

Merkmal Majoran Oregano
Pflanze Origanum majorana Origanum vulgare (Gewöhnlicher Dost)
Lebensdauer im Anbau Von Natur aus ausdauernd, hierzulande als einjährige Kultur angebaut Mehrjährige Staude
Wuchs und Standort Bis etwa 50 cm hoch, kälteempfindlich Bis etwa 50 cm hoch, wächst hierzulande auch wild auf Magerrasen und an trockenen, sonnigen Weg- und Waldrändern
Blätter Klein, spatelig, beidseitig graufilzig, bis etwa 2 cm lang Siehe Oregano-Fibel
Geschmack Süßlich-aromatisch Kräftiger und etwas herber
Typische Verwendung Eintöpfe, Kartoffelgerichte, Braten, Hülsenfrüchte, Füllungen, Hackgerichte Tomatensaucen, Pizza, gegrilltes Gemüse, mediterrane Fleisch- und Käsegerichte

Ob du zu Oregano oder Majoran greifst, hängt vor allem vom Gericht ab. Majoran passt zu allem, was lange schmort oder köchelt und eine milde, süßliche Würze verträgt: Kartoffelsuppe, Linseneintopf, Bratkartoffeln, Füllungen für Geflügel. Oregano spielt seine herbere Art dort aus, wo Tomaten, Olivenöl und Käse im Spiel sind. In vielen Gerichten kannst du den einen durch den anderen ersetzen, solltest dann aber die Menge anpassen, weil Oregano kräftiger schmeckt.

Mehr über das Schwesterkraut liest du in unserem Eintrag Was ist Oregano?.


Wofür verwendest du Majoran? Majoran als Gewürz in der Küche

Als Gewürz ist Majoran vor allem in der deftigen Küche zu Hause. Typische Einsatzgebiete sind Eintöpfe und Suppen, Kartoffelgerichte von Bratkartoffeln bis Kartoffelsuppe, Gerichte mit Erbsen, Linsen oder Bohnen, Schmorbraten, Füllungen sowie Hack- und Wurstgerichte. Für Schmorgerichte findest du Anregungen in unserem Ratgeber Rouladen würzen und schmoren, für Geflügelbraten mit Füllung in Die traditionelle Weihnachtsgans.

In der deutschen Küche würzt Majoran klassisch Kartoffelsuppe, Erbseneintopf und Gänse- oder Entenbraten. Die osteuropäischen Küchen setzen ihn gern in kräftigen Suppen, Kohlgerichten und Füllungen ein. Rund ums Mittelmeer steht er neben Oregano und Thymian an Gemüse, Lamm und Tomatengerichten.

In Suppen, Eintöpfen und Schmorgerichten gibst du getrockneten Majoran am besten erst gegen Ende der Garzeit dazu, etwa in den letzten 10 bis 15 Minuten. Sein Aroma ist flüchtig und verblasst, wenn er stundenlang mitkocht. Füllungen und Hackmasse sind die Ausnahme: Dort mischst du ihn gleich zu Beginn unter, weil er nur mit der Masse zusammen gart. Reibe ihn vor dem Zugeben zwischen den Handflächen, so löst sich der Duft besser. Frischen Majoran streust du erst ganz zum Schluss über das fertige Gericht.

Unser Majoran Thüringer Gartenware ist würzig-süß und für genau diese Küche gedacht: Eintöpfe, Braten und Kartoffeln.

Frisch oder getrocknet – Unterschiede in Aroma und Einsatz

Getrockneter Majoran schmeckt kräftiger und würziger, frischer zarter und grüner. Getrocknet eignet er sich für alles, was eine Weile gart: Eintöpfe, Schmorgerichte, Füllungen, Hackmasse. Frisch passt er zu Salaten, Kräuterquark, Kräuterbutter oder als letzter Schliff auf Kartoffeln und Gemüse. Wenn du frische Blätter statt getrockneter nimmst, brauchst du ungefähr die zwei- bis dreifache Menge.

Richtig lagern

Bewahre getrockneten Majoran luftdicht, dunkel und trocken auf, am besten in einer gut schließenden Dose, und nicht direkt über dem Herd, wo Dampf und Hitze das Aroma schneller verfliegen lassen. Frischen Majoran wickelst du in ein leicht feuchtes Küchentuch und lagerst ihn im Kühlschrank; so hält er sich einige Tage.


Welche Gewürze passen zu Majoran?

Majoran verträgt sich mit vielen Kräutern und Gewürzen. Diese Partner haben sich in unserer Küche bewährt:

  • Thymian: herb und etwas harzig, ergänzt die süßliche Note des Majorans und gibt Eintöpfen mehr Tiefe.
  • Petersilie: frisch und grün, hellt Majoran in Kartoffel- und Hackgerichten auf.
  • Knoblauch: scharf und würzig, gibt dem milden Majoran einen kräftigen Gegenpol.
  • Schwarzer Pfeffer: bringt Schärfe, die Majoran selbst nicht hat.
  • Kümmel: erdig und leicht anisartig, ein klassisches Paar in Kohl- und Kartoffelgerichten.
  • Lorbeer: dezent bitter, gart in Schmorgerichten mit und bildet den Hintergrund, vor dem Majoran seine Süße zeigt.
  • Basilikum: süßlich und leicht pfeffrig, passt zu Majoran in Tomatengerichten; mehr dazu in Was ist Basilikum?.

Weitere Kräuterkombinationen findest du in unserem Ratgeber Hähnchen würzen mit Kräutern.


Wie kannst du Majoran ersetzen?

Einen vollwertigen Ersatz für Majoran gibt es nicht, weil kein anderes Kraut seine süßliche Art genau trifft. Als Majoran-Ersatz kommen aber einige Kräuter nah heran. Die Mengen beziehen sich auf getrocknete Kräuter und auf 1 TL getrockneten Majoran:

Ersatz Geschmacksunterschied Menge statt 1 TL Majoran
Oregano Der nächste Verwandte, aber kräftiger und herber ¾ TL
Thymian Herber und etwas harziger, weniger süß ½ TL
Bohnenkraut Pfeffriger und würziger, passt gut zu Hülsenfrüchten ½ TL
Basilikum Süßlich wie Majoran, aber mit eigener, frischerer Note; eher für Tomatengerichte 1 TL
Salbei Deutlich kräftiger und leicht bitter, nur für Braten und Füllungen ¼ TL

Hast du nur frische Kräuter, nimmst du ungefähr die zwei- bis dreifache Menge der getrockneten Angabe. Umgekehrt ersetzt 1 TL getrockneter Majoran etwa 1 EL frisch gehackten. Probiere beim Ersetzen lieber zuerst mit weniger und würze nach, denn ein zu kräftiger Ersatz lässt sich nicht mehr zurücknehmen.


Einfaches Rezept, in dem Majoran die Hauptrolle spielt

Ofenkartoffeln mit Majoran zeigen, wie gut das Kraut zu Kartoffeln passt. Das Rezept reicht für 4 Portionen als Beilage.

Zutat Menge
Festkochende Kartoffeln 1 kg
Rapsöl oder Olivenöl 3 EL
Getrockneter Majoran 2 TL
Rote Zwiebel 1
Knoblauchzehe 1
Salz 1 TL
Schwarzer Pfeffer, frisch gemahlen ½ TL
Butter 1 EL
  1. Heize den Ofen auf 200 °C Ober- und Unterhitze vor. Wasche die Kartoffeln und schneide sie mit Schale in Spalten.
  2. Vermische die Kartoffeln mit Öl, Salz, Pfeffer und 1 TL Majoran und verteile sie auf einem Blech mit Backpapier.
  3. Backe sie etwa 35 Minuten und wende sie nach der Hälfte der Zeit einmal.
  4. Schneide die Zwiebel in Streifen und hacke den Knoblauch fein. Gib beides mit der Butter und dem restlichen Majoran auf das Blech, vermische alles und backe die Kartoffeln weitere 10 Minuten, bis sie goldbraun sind.

Der Majoran in zwei Portionen ist Absicht: Der erste Teil würzt die Kartoffeln durch, der zweite bringt kurz vor Schluss das frische Aroma zurück.


Wie heißt Majoran noch? Andere Namen und Majoran auf Türkisch

Der bekannteste deutsche Beiname ist Wurstkraut. Er kommt daher, dass Majoran ein prägendes Gewürz vieler Würste ist. Botanisch begegnet dir neben Origanum majorana noch das ältere Synonym Majorana hortensis.

Majoran auf Türkisch heißt mercanköşk. Gleichbedeutend sind die Namen şile, yayla kekiği und merzengûş. Vorsicht bei einer häufigen Verwechslung: Das Wort kekik bezeichnet im Türkischen den Thymian, nicht den Majoran. Über den Namen yayla kekiği taucht der Wortteil kekik zwar auch beim Majoran auf, für sich allein meint kekik aber Thymian. Wenn du also in einem türkischen Rezept oder Geschäft nach Majoran suchst, halte nach mercanköşk Ausschau.


Häufige Fragen

Sind Majoran und Oregano dieselbe Pflanze?

Nein. Majoran (Origanum majorana) und Oregano (Origanum vulgare) gehören zur selben Gattung, sind aber zwei verschiedene Arten. Ob Oregano oder Majoran besser passt, entscheidet das Gericht: Majoran ist süßlicher, Oregano kräftiger und herber.

Ist getrockneter oder frischer Majoran aromatischer?

Getrockneter Majoran schmeckt kräftiger, weil sich sein Aroma beim Trocknen konzentriert. Frischer Majoran ist zarter und grüner. Deshalb brauchst du von frischem Majoran ungefähr die zwei- bis dreifache Menge.

Was ist der Unterschied zwischen gerebeltem und gemahlenem Majoran?

Gerebelter Majoran besteht aus getrockneten, von den Stielen abgestreiften und zerkleinerten Blättern. Gemahlener Majoran ist zu feinem Pulver vermahlen und verteilt sich gleichmäßiger, etwa in Hackmasse, verliert sein Aroma aber schneller. Für die meisten Gerichte ist gerebelter Majoran die bessere Wahl, weil du ihn direkt vor dem Würzen zwischen den Fingern zerreiben kannst.

Wann gibst du Majoran am besten ins Essen?

In Suppen, Eintöpfen und Schmorgerichten gibst du getrockneten Majoran in den letzten 10 bis 15 Minuten der Garzeit dazu, frischen erst ganz zum Schluss. In Füllungen und Hackmasse mischst du ihn dagegen gleich zu Beginn unter. Kocht er zu lange mit, verfliegt ein Großteil seines Aromas.

Wie lange bleibt getrockneter Majoran aromatisch?

Luftdicht, dunkel und trocken gelagert bleibt getrockneter Majoran etwa ein Jahr gut aromatisch, danach lässt der Duft allmählich nach. Ob er noch taugt, prüfst du leicht: Zerreibe etwas zwischen den Fingern. Riecht er kaum noch, ist es Zeit für neuen.


Fazit: Majoran ist das süßliche Kraut für die deftige Küche

Majoran ist ein enger Verwandter des Oreganos, schmeckt aber runder und süßlicher und zeigt seine Stärke in Eintöpfen, Braten und Kartoffelgerichten. Gib ihn spät ins Essen und lagere ihn luftdicht, dann behält er sein Aroma. Unser Majoran Thüringer Gartenware stammt aus deutschem Anbau in Thüringen und enthält nichts außer Majoran.

Bildquelle(n): ©iStock.com – aga7ta